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  • World Championships Sprint/MD
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Die WM der vielen Geschichten...
Zum einen die Geschichte um Larry, die Geschichte was Schotten unter den Röcken tragen, die Geschichte eines annähernden Unwetters und die Geschichte einer fabelhaften WM.

Aber fangen wir lange vor der WM an als die WSA im Juli 2013 ein Schreiben aus Neuseeland von einem gewissen Larry Nichvolodov bekam in dem er ankündigte, dass er extra zur WM nach Kandersteg anreisen würde.

Nun gut, New Zealand liegt ja quasi ums Eck zur Schweiz, mal so schlappe 18‘800km entfernt. Klar wir würden helfen wo es geht, auch einen Hund zur Verfügung stellen wenn notwendig. Nein ich komme mit meinem, kam zur Antwort. OK, soweit so gut aber eine Bitte hätte Larry noch. Ein offizielles Schreiben für seinen Transportminister für eine erleichterte Wiedereinreise seiner Hündin. Hier konnten wir helfen und so kam Larry von Neuseeland nach Mailand geflogen. Von dort ging es dann weiter erst nach Livigno zum Schneetraining und anschliessend zu den Eltern von Irene Valenkamp (Member GBR) in die Schweiz. Bei der Abreise nach Kandersteg packte im die Mutter von Irene zwei grosse Tobleronen ein – von denen, wie kaum anders zu erwarten, nur wenig übrig war als Larry in Kandersteg ankam.

Hier stand er nun ohne Zimmer knappe 19‘000 km von Neuseeland entfernt. Aber Robert Schiesser hatte unsere Bitte berücksichtigt und es war ein Dreibettzimmer mit gebucht worden. Und so kam Larry aus Neuseeland in den Genuss mit zwei Rennrichtern in einem Zimmer geschlafen zu haben, samt Hündin versteht sich. Am ersten gemeinsamen Abend mit der WSA bekam er auch schon sein erstes Souvenir – eine WSA-Haube, die sonst nur das Board der WSA besitzt. Da noch nicht aller Tage Abend war, wurde Larry mit Neuseeland-Flagge, Hündin und Landestafel dazu ausgewählt den Eid der Sportler zu sprechen.

Wie wir glauben eine sehr schöne kleine Geschichte die es sich auch in der Heimat zu erzählen lohnt. Alle die glauben sie hätten eine teure Anreise gehabt, reden wir einfach von der Rückreise von Larrys Hündin. Für uns wäre bei diesem Preis ein First Class Ticket drinnen gewesen - $5.000,- musste Larry nur für den Rückflug hinlegen. Einfach toll, was dieser Mann macht um mit seiner Hündin an einem Rennen außerhalb von Neuseeland teilzunehmen und dem Sport zu Hause mehr Beachtung zu verschaffen.

Ebenfalls bei der Eröffnung - die Geschichte was Schotten unter den Röcken tragen. Teilweise ist es nun gelüftet – warme Strumpfhosen – zu sehen auf so manchem Bild, nur die ganz harten gingen ohne diese zur Eröffnungsfeier. Die Engländer und Schotten, in Kandersteg zum ersten Mal dabei hatten einen riesigen Spaß an der Sache. Wie man aus sicherer Quelle erfahren konnte hatte so manche/r bis zu sechs Stürze in einem Lauf zu verzeichnen – das tat der Freude an der WM aber keinerlei Abbruch. Im Gegenteil, ausgestattet mit wertvollen Tips von den Schweizer Profis und mit noch mehr Freude waren sie am kommenden Tag am Start und wurden besser. Schön die beiden Nationen dabei zu haben.

Wir wollen auch die Schweden nicht vergessen, die mit einem guten Team angereist sind und gleich eine Klasse unter sich ausmachten. Das Skijöring der Damen war fest in schwedischer Hand und um noch eines drauf zu setzen, kämpften dort zwei Schwestern (Clara und Maja Karlsson) um den Sieg.

Die WM in Kandersteg wird auch als WM mit Katastrophendienst eingehen. Nicht weil die WM eine Katastrophe war, sie war definitiv fabelhaft aber wegen eines annähernden Unwetters, das sich in den Bergen von Kandersteg bzw. im Tal mit bis zu 160km/h bemerkbar machen hätte können. So wurde die Teamleader-Besprechung zu einer Besprechung der ganz besonderen Art. Hier muss man den Hut vor den Veranstaltern ziehen, die nichts beschönigten und damit auch die eventuelle Abreise einiger Teams in Kauf nahmen. Das Problem - es ist ein Tal wo der Wind rein fährt und bei derartigen Windgeschwindigkeiten alles zum fliegen bringt. Damit hatte man bereist in Kandersteg unliebsame Bekanntschaft gemacht und wollte dies nicht nochmals riskieren. Die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen wurden an die Teamleader weiter gegeben und diese mussten alle Anwesenden samt Anhang im Race Office melden. Das Security Team der WM hätte im Fall der Fälle alle Anwesenden evakuiert. Ein großes Lob an die Veranstalter für diese zusätzliche Arbeit. Der Wind kam dann zwar nicht – aber trieb im Nachbarstal sein Unwesen. Arno Steichler der Präsident der WSA bleib in dieser Nacht bei den Teilnehmer um im Fall der Fälle vor Ort zu sein.

Aber nun zur WM selbst. Die Organisation rund um Robert Schiesser hat sich alle Mühe gegeben um eine schöne WM für die Teilnehmer zu schaffen. Auch wenn das Wetter zu anfangs nicht unbedingt die Teilnehmer in Freude ausbrechen lies (es regnete den kompletten Donnerstag), pünktlich nach der Eröffnung setzte sehr starker Schneefall mit großen Flocken ein. Die MD Musher waren alle sehr glücklich obwohl so mancher sich auf seine Hunde verlassen musste weil die Sicht gleich Null war. So einen Nachtlauf hatten sicher nicht alle schon mal. Auch ein Streckenposten, der sehr hoch oben stand sagte, dass er die Teams erst sah als sie unmittelbar bei ihm waren, so stark war der Schneefall.

Die Wetterprognosen standen auf Warmwetter, aber wie als hätte der Wettergott gemerkt das wir es kühl bräuchten, zeigte der kommende Tag eine Wolkendecke über Kandersteg. Nun konnte es losgehen und nach der MD nahm auch Team um Team in der Sprintweltmeisterschaft den Kampf um die Titel auf. Auch hier kommt wieder Robert Schiesser ins Spiel, der nach Gesprächen mit den Mushern der MD und O einen Teil aus der Strecke entfernte der wieder erwarten nicht stand hielt und als zu gefährlich für die Teams eingestuft wurde. Es handelte sich dabei um einen Steilhang der von den meisten Teams mit Kralle gefahren wurde von der MD sogar zweimal pro Lauf.

Nach der bereits erwähnten möglichen Sturmnacht, der zweite Tag Sprint und dritte für die MD. Strahlender Sonnenschein kündigte sich bereits am Morgen an, der dann auch den ganzen Renntag anhielt. Die Rennleitung hatte ständig ein Auge auf das im Startbereich aufgestellte Thermometer und bei der O war es soweit – zu warm für die komplette Strecke – kurze Rücksprache mit den Mushern – Strecke kürzen – es konnte weiter gehen. So einfach ist es auch möglich und hier hat das durchdachte System der Streckenführung sehr viel an Arbeit abgenommen – Robert Schiesser informierte die Streckenposten und die Strecke war geändert.

Jetzt Samstag war bereits die erste WM zu Ende – die der MD. Nach dem Musheressen im Kongresssaal der Gemeinde Kandersteg das hervorragend war, wurden die Sieger der verschiedenen Klassen geehrt. Robert Schiesser sah man die Erleichterung an, denn egal was das Wetter am letzten Renntag bringen würden – eine Wertung würde es auch im der Sprint geben.

Dieser stand wieder im Zeichen von Schneefall und alle waren glücklich, dass es nicht nochmals wärmer wurde. Auch der letzte Tag wurde von der Rennleitung hervorragend gemeistert und am Ende dieser Weltmeisterschaft stand nur mehr die Siegerehrung an - leider. Nach diesem Winter mit wenig Schnee bin ich fast sicher, dass sich so mancher eine längere WM gewünscht hätte und wenn man die gesamte Organisation betrachtet – auch das hätten die Schweizer ohne Probleme gemeistert.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten vom Streckenposten bis zum Zeitnehmer – Ihr habt hervorragende Arbeit geleistet und uns wieder eine ausgezeichnete WM beschert. Besonderen Dank an Racemarshall Robert Schiesser und OK Präsident Eric Trummer die eine fabelhafte WM in den Kandersteger Schnee gezaubert haben. Herzlichen Dank auch an die Gemeinde Kandersteg die uns die WM 2014 erst möglich gemacht hat.

 

Das WSA Board